Hungertuch
Irene Götschkes, um 1928

Irene Goetschkes, um 1928.

H 230 cm mit 40 cm langen Fransen B 480cm

Handgewebter, naturfarbiger juteartiger Stoff; Applikationen aus gleichem, jedoch verschieden eingefärbtem Gewebe, zum Teil über Unterlage aus Holz oder Werg, Stickerei in Wolle.

Die gedeckten, vorwiegend braunen Farben auf die Fasten- und Bußzeit abgestimmt. Einheitliches Material und Farbigkeit sichert hier auch den bildhaften Zusammenhang. Das Tuch in drei Felder triptychonartig aufgeteilt. Das mittlere große Feld (B 195 cm) begleiten 75 und 76 cm breite applizierte Streifen aus rotem Stoff. Durch Umschlag des Grundstoffes an jeder Seite und Applikationen eines roten horizontalen Streifens am oberen Abschluß wird die Fläche bildhaft gerahmt. Im >Bildfeld< applizierte großförmige Leidenswerkzeuge. Drei Nägel - Holz mit Jutegewebe bespannt -, eine große Zange in ebensolcher Technik, Geißelstäbe und -stricke aus umkleideten Holz und geflochtener Wolle, der Ysopstab, Holz umkleidet, bestickt; ebenso geformt die Lanze mit Blutstropfen aus roten Holzperlen; in der Mitte der rote Leibrock Christi, daneben mit Werg gefüllte braune Würfel mit schwarzen und hellen Augen und der Würfelbecher, darüber der gestickte Titulus des Kreuzes sind locker verteilte, aber geordnet ins >Bild gesetzte< eindrucksvolle kürzelhafte Zeichen für die Stationen der Passion Christi am Karfreitag.

aus: Frommer Reichtum in Düsseldorf. 1978. IM (= Irene Markowitz)

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